
Das Stuttgarter Leitungswasser entspricht den gesetzlichen Anforderungen der deutschen Trinkwasserverordnung. Stuttgart bezieht sein Trinkwasser aus zwei unterschiedlichen Quellen: Bodensee-Fernwasser (Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung, ~9°dH) und regionalem Grundwasser aus dem Donauried (~13°dH). Je nach Stadtgebiet und Jahreszeit können die Werte variieren.
Das zentrale Thema für Stuttgarter Wohnprojekte ist der Kalkgehalt — kombiniert mit dem stadtweiten Chloreinsatz zur Desinfektion des Fernwassers. Als Standort international führender Unternehmen hat Stuttgart besonders anspruchsvolle Bewohner.
Kernaussage: Stuttgarts Wasser stammt aus zwei Quellen mit unterschiedlichen Eigenschaften — Kalk und Chlor sind im Alltag der Bewohner täglich präsent.
| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Bodensee-Fernwasser (BWV) | Mittel hartes Seewasser, aufbereitet, stadtweiter Chloreinsatz zur Desinfektion bestätigt |
| Donauried-Grundwasser (LW) | Härteres Regionalgrundwasser |
| Quelle | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Bodensee-Fernwasser (BWV) | ~9 °dH | Mittelhartes Wasser |
| Donauried-Grundwasser (LW) | ~13 °dH | Hart |
| Stuttgarter Durchschnitt | 9–13 °dH | Je nach Stadtgebiet und Versorgungsanteil |
Die Wasserhärte in Stuttgart variiert je nach Stadtgebiet zwischen 9 °dH (Bodensee-Fernwasser) und 13 °dH (Landeswasser). Das entspricht dem Härtebereich "mittel" bis "hart" nach deutscher Klassifikation. In Gebieten mit höherem Landeswasseranteil können Kalkablagerungen an Armaturen und Haushaltsgeräten stärker auftreten.
Entfernung: Umkehrosmose oder Ionentauscher. Umkehrosmose filtert direkt an der Entnahmestelle ohne Regenerationssalz.
| Quelle | Grund für Einsatz des Desinfektionsmittels |
|---|---|
| Bodensee-Fernwasser (BWV) | Chloreinsatz zur Desinfektion auf dem langen Transportweg (ca. 160 km) — mikrobiologische Sicherheit. Chlorrückstände im Leitungswasser als Geruch oder Geschmack wahrnehmbar. |
| Donauried-Grundwasser (LW) | Direkterer Weg — geringerer Desinfektionsbedarf |
Entfernung: Aktivkohlefilter adsorbieren Chlor und Chlorverbindungen effektiv.
Nitrate gelangen vor allem über landwirtschaftliche Düngung ins Grundwasser. Stuttgart bezieht sein Trinkwasser aus zwei Quellen mit sehr unterschiedlichen Nitrat-Werten:
| Quelle | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Bodenseewasser (BWV) | ~4 mg/L | Gut (Grenzwert TrinkwV: 50 mg/L) |
| Landeswasser Donauried (LW) | ~21,6 mg/L | Liegt über dem empfohlenen Richtwert für Säuglingsnahrung (10 mg/L) — Mineral- und Tafelwasserverordnung |
Entfernung: Umkehrosmose oder spezielle Anionentauscher.
Die BUND-Studie vom April 2024 wies in Stuttgart die fluorierte Verbindung TFA (Trifluoressigsäure) sowie den Spurenstoff Melamin nach. Die TFA-Konzentration liegt unter dem ab 2026 geltenden EU-PFAS-Grenzwert. Melamin ist keine PFAS-Verbindung. Das Bodenseewasser gehört zu den saubersten Fernwässern Deutschlands.
| Parameter | Wert | Grenzwert |
|---|---|---|
| PFAS (Summe) im Trinkwasser Stuttgart | Unter Grenzwert (laut Versorger) | 0,1 µg/L (PFAS-20-Summe, ab Jan. 2026) bzw. 0,5 µg/L (PFAS-Gesamtsumme, ab Jan. 2026) |
| Bodenseewasser PFAS-20-Summe | 6,1 ng/L | 100 ng/L — eines der saubersten Fernwässer Deutschlands |
| TFA (Trifluoressigsäure) | Nachgewiesen (BUND 2024) | Deutschland: Kein gesetzlicher Grenzwert. UBA-Orientierungswert: 60 µg/L |
PFAS filtern: Viele PFAS-Verbindungen wie PFOS und PFOA können durch Umkehrosmose zu über 99% gefiltert werden. TFA (Trifluoressigsäure) ist eine Besonderheit — sie ist schwierig vollständig abzufiltern. Weder Umkehrosmose noch Aktivkohle können TFA vollständig entfernen, sind aber in der Lage, den Gehalt deutlich zu reduzieren.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Stuttgart in 53 Luftangriffen bombardiert. Primärziele waren Daimler-Benz und Bosch als Rüstungsproduzenten, dazu Hirth-Motorenwerke und Karosseriewerk Reutter.
Entfernung: TNT-Derivate und organische Schadstoffe (BTEX, PAK, Phenole) durch Aktivkohle-Adsorption und Umkehrosmose. Schwermetalle durch Umkehrosmose.
Die Verantwortung der Wasserversorger endet an der Grundstücksgrenze. In Gebäuden, die vor 1973 errichtet wurden, können noch Bleirohre oder bleihaltige Lötstellen in der Hausinstallation vorhanden sein.
| Parameter | Wasserwerk | Verteilungsnetz | Hausleitungen |
|---|---|---|---|
| Blei (Pb) | Unter Grenzwert (Netze BW) | Teils jahrzehntealte Infrastruktur | In Gebäuden vor 1973 möglich (Bleirohre, bleihaltige Lötstellen) |
| Kupfer (Cu) | Unauffällig (Netze BW) | Teils jahrzehntealte Infrastruktur | Neue Kupferrohre können initial Kupfer abgeben |
| Eisen / Rost | Unauffällig (Netze BW) | Teils jahrzehntealte Infrastruktur (Grauguss, Stahl) | Alte verzinkte Stahlrohre können Rost abgeben |
| Grenzwert Blei (aktuell) | 0,01 mg/l (TrinkwV) | ||
| Grenzwert Blei (ab 12. Jan. 2028) | 0,005 mg/l (Verschärfung TrinkwV) | ||
| Erneuerungspflicht Bleirohre | — | — | Seit 12. Januar 2026 verpflichtend (TrinkwV 2023) |
Entfernung: Umkehrosmose (primär), Aktivkohle kann einige Schwermetalle adsorbieren.
Im öffentlichen Versorgungsnetz entspricht das Stuttgarter Wasser den mikrobiologischen Anforderungen der TrinkwV. Der Chloreinsatz beim Fernwasser dient gerade dem Schutz vor mikrobiellen Belastungen auf dem langen Transportweg. In langen, alten Hausleitungen können dennoch Keime auftreten — insbesondere bei Stagnation.
Entfernung: UV-Desinfektion tötet Bakterien, Viren und Keime zuverlässig ab.
Hinweis: Dieser Bericht dient der Information. Alle Daten basieren auf offiziell veröffentlichten Quellen (Stand: Juni 2026). Trinkwasserqualität kann je nach Entnahmestelle, Stadtgebiet, Versorgungszone und Jahreszeit variieren. dirconi übernimmt keine Haftung für Vollständigkeit oder Aktualität der zitierten Quellen.