Wasserqualitätsbericht München

Erstellt von dirconi
Für Bauträger, Projektentwickler und Eigentümer
Alle Daten basieren auf offiziell veröffentlichten Quellen

1. Zusammenfassung

Das Münchner Leitungswasser entspricht den gesetzlichen Anforderungen der deutschen Trinkwasserverordnung. Die Stadtwerke München (SWM) versorgen die Stadt mit Quellwasser aus dem bayerischen Voralpenland — einer der reinsten Wasserquellen Deutschlands. Das Wasser enthält keine Zusatzstoffe wie Chlor.

Das zentrale Thema für Münchner Wohnprojekte ist der hohe natürliche Kalkgehalt: 13,9 bis 17,9°dH im offiziellen SWM-Bereich, in der Praxis — je nach Stadtbezirk, Versorgungszone und Jahreszeit — bis über 19°dH. Kalk ist täglich präsent und für Bewohner unmittelbar spürbar.

Kernaussage: Münchens Wasser ist von Natur aus sehr kalkreich — eine direkte Folge der alpinen Quellen. Bis zum Hahn durchläuft es ein teils jahrzehntealtes Stadtleitungsnetz.

2. Wasserversorgung München

Versorger

Wasserquellen

ParameterWertBewertung
Wasserquelle100% Quellwasser aus dem bayerischen VoralpenlandHochwertige alpine Quelle
Chemische ZusätzeKeine — SWM setzt kein Chlor einChlorfrei
AufbereitungUV-Behandlung; keine chemische DesinfektionSchonend

3. Wasserhärte — Das zentrale Thema

ParameterWertEinordnung
Offizieller SWM-Bereich13,9 – 17,9 °dHHart bis sehr hart
Durchschnitt laut SWM15,6 °dHHart — Quelle: SWM Januar 2026
Praxiswerte (je nach Bezirk, Jahreszeit)14 – über 19 °dHEiner der höchsten Werte in Deutschland
VergleichDeutschlandweiter Durchschnitt: ca. 10–12 °dHMünchen deutlich über Durchschnitt

Folgen für Bewohner im Alltag

Für Objektentwickler: München ist Deutschlands teuerster Wohnimmobilienmarkt. Bewohner, die Premiumpreise zahlen, erwarten täglich spürbar gutes Trinkwasser.

Entfernung: Umkehrosmose oder Ionentauscher. Umkehrosmose filtert direkt an der Entnahmestelle ohne Regenerationssalz und entfernt neben Kalk auch Schwermetalle, PFAS und Nitrate.

4. Chlor und chemische Desinfektionsmittel

ParameterMünchenBewertung
ChlorNicht verwendet — SWM setzt ausschließlich UV-Behandlung einChlorfrei bestätigt
Sonstige ZusätzeKeine chemischen DesinfektionsmittelSchonende Aufbereitung

5. PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen)

Quellen der PFAS-Belastung in München

ParameterWertGrenzwert (EU 2026)
PFAS (Summe) im Trinkwasser MünchenLaut SWM „weit unter Grenzwert"0,1 µg/L (PFAS-20-Summe, ab Jan. 2026), 0,02 µg/L (PFAS-4-Summe, ab Jan. 2028), 0,5 µg/L (PFAS-Gesamtsumme, ab Jan. 2026)
BMW-Gelände Grundwasser (2020)2,00 µg/L (PFOS)20-fach über Schwellenwert (lokal, nicht im Trinkwassernetz)

Entfernung: Umkehrosmose entfernt PFOS und PFOA zu über 99% — eine der effektivsten Methoden zur PFAS-Filterung im Trinkwasser.

6. Nitrate

Nitrate gelangen vor allem über landwirtschaftliche Düngung ins Grundwasser. München profitiert von den alpinen Quellen im Mangfalltal und Loisachtal, die deutlich weniger landwirtschaftlich geprägt sind als andere Regionen Bayerns.

ParameterWertGrenzwert TrinkwV
Nitrat im Münchner Trinkwasser~6,3 mg/L50 mg/L
Einordnung13% des Grenzwerts

Entfernung: Umkehrosmose oder spezielle Anionentauscher.

7. Kriegsaltlasten — Blindgänger und Rüstungsstandorte

Im Zweiten Weltkrieg wurden auf München schätzungsweise 330.000 Bomben und Granaten abgeworfen. Laut Schätzungen aus Luftbildauswertungen befinden sich noch mindestens 4.000 Blindgänger im Stadtgebiet. Diese verrosten langsam und können TNT und andere Sprengstoffderivate (nitroaromatische Verbindungen) ins Grundwasser abgeben — toxisch, karzinogen, mutagen.

Altlasten aus Kriegsproduktion

Entfernung: TNT-Derivate und organische Schadstoffe (BTEX, PAK, Phenole, Cyanide) durch Aktivkohle-Adsorption und Umkehrosmose. Schwermetalle durch Umkehrosmose.

8. Schwermetalle und Bleirohre

Das Münchner Trinkwasser ist im öffentlichen Netz frei von Schwermetallbelastungen. Die Stadtwerke München messen regelmäßig und veröffentlichen die Werte. Die Verantwortung der Wasserversorger endet an der Grundstücksgrenze. In Gebäuden, die vor 1973 errichtet wurden, können noch Bleirohre oder bleihaltige Lötstellen in der Hausinstallation vorhanden sein.

ParameterWasserwerkVerteilungsnetzHausleitungen
Blei (Pb) <0,001 mg/L (SWM München) Teils jahrzehntealte Infrastruktur In Gebäuden vor 1973 möglich (Bleirohre, bleihaltige Lötstellen)
Kupfer (Cu) <0,2 mg/L (SWM München) Teils jahrzehntealte Infrastruktur Neue Kupferrohre können initial Kupfer abgeben
Nickel (Ni) <0,003 mg/L (SWM München) Teils jahrzehntealte Infrastruktur Aus vernickelten Armaturen möglich
Arsen (As) <0,001 mg/L (SWM München) Teils jahrzehntealte Infrastruktur In sehr alten Leitungen möglich
Eisen / Rost Unauffällig (SWM München) Teils jahrzehntealte Infrastruktur (Grauguss, Stahl) Alte verzinkte Stahlrohre können Rost abgeben
Grenzwert Blei (aktuell)0,01 mg/l (TrinkwV)
Grenzwert Blei (ab 12. Jan. 2028)0,005 mg/l (Verschärfung TrinkwV)
Erneuerungspflicht BleirohreSeit 12. Januar 2026 verpflichtend (TrinkwV 2023)

Entfernung: Umkehrosmose (primär) entfernt Blei, Kupfer, Nickel und Arsen zu über 95%. Aktivkohle kann einige Schwermetalle adsorbieren.

9. Mikrobielle Belastungen

Im öffentlichen Versorgungsnetz entspricht das Münchner Wasser den mikrobiologischen Anforderungen. In langen, alten Rohrsystemen — insbesondere bei Stagnation — können Keime und Bakterien auftreten.

Entfernung: UV-Desinfektion tötet Bakterien, Viren und Keime zuverlässig ab (99,99% bei korrekter Dosierung).

10. Schlussfolgerung für Objektentwickler

Hinweis: Dieser Bericht dient der Information. Alle Daten basieren auf offiziell veröffentlichten Quellen (Stand: Juni 2026). Trinkwasserqualität kann je nach Entnahmestelle, Bezirk und Jahreszeit variieren. dirconi übernimmt keine Haftung für Vollständigkeit oder Aktualität der zitierten Quellen.

Quellen

Wasserqualität in anderen Städten

→ Wasserbericht Berlin → Wasserbericht Hamburg → Wasserbericht Frankfurt → Wasserbericht Stuttgart → Wasserbericht Karlsruhe → Bericht: Leitungsnetz in Deutschland